Neulich in der Bezirksversammlung

Neulich in der Bezirksversammlung

Hunde sind nicht grün

Und das ist auch gut so. Ich liebe Hunde, so wie sie sind und ich möchte mich auch weiterhin an den natürlichen Fellfarben der Hunde erfreuen.

Was ich allerdings so gar nicht verstehen kann ist, warum für die Grünen-Fraktion in Hamburg Eimsbüttel Hunde kein Teil der Ökologie sind. Aber wenn Hunde nicht zur Ökologie gehören, wohin gehören sie denn dann? Okay, würde ich im Park einem grünen Hund begegnen, würde ich wahrscheinlich an einen Hund vom Mars denken. Habe ich aber noch nie und deshalb ist für mich ein Hund ganz selbstverständlich ein Teil der Natur und der Ökologie.

Ökologie steht für die biologische Wechselbeziehung zwischen Organismen und ihrer natürlichen Umwelt. Im Umweltschutz steht der Begriff umgangssprachlich für den Schutz der Umwelt vor störenden Einflüssen und Beeinträchtigungen. (Wikipedia)

Okay, natürliche Umwelt!  Da der Mensch den Hunde bereits vor tausenden von Jahren domestiziert hat und seither mit ihm zusammen lebt, ist die natürliche Umwelt des Hundes auch genau da, wo auch der Mensch ist. Also auch in einer Großstadt wie Hamburg. Umweltschützer und Grüne scheinen aber im Hund eine  Beeinträchtigung der Natur zu sehen. Dabei sollte ein kurzer  Blick aus dem Fenster oder in die Nachrichten eigentlich jedem deutlich machen, welches Lebewesen auf dem Planeten Erde die Natur am meisten beeinträchtigt – der Mensch.

Die Grünen Hunde vom Eimsbüttel

Am Donnerstag, 30. März 2017, tagte in Eimsbüttel die Bezirksversammlung. Wie immer konnten Bürger den Abgeordneten Fragen stellen. Doch was dieses Mal passierte,  hat mich schockiert. Nachdem eine Bürgerin aufgrund der Entwicklungen in Altona die Frage gestellt hatte, ob die Hundehalter am Kaifu mit einem ähnlichen Entgegenkommen wie im Jenischpark rechnen können, bemühten sich die Vertreter der einzelnen Fraktionen um mehr oder weniger aufschlussreiche Antworten. Die „grüne“ Abgeordnete Kost dagegen ließ sich dazu hinreißen, die Fragestellerin anzupöbeln und sich auch anderen Abgeordneten gegenüber im Ton zu vergreifen. Statt die Frage zu beantworten, kam es zu einem  Schlagabtausch unter den Abgeordneten, der mein Politikempfinden nachhaltig gestört hat. Für mich hatte das ganze nichts mehr mit Politik zu tun, es erinnerte mich eher an einen Kinderspielplatz auf dem ein Kind dem anderes das Schäufelchen weggenommen hatte.

Nachdem sich das Ganze etwas beruhigt hatte, musste  natürlich wieder einmal das Bürgerbegehren herhalten, das aus „grüner“ Sicht für den Leinenzwang am Kaifu gestimmt habe. Kurz entschlossen, stellte auch ich eine Frage und bat ganz speziell die „Grünen“ mir den Passus im Bürgerbegehren einmal vorzulesen, in dem die Bürger für den Leinenzwang am Kaifu gestimmt hätten. Empörung bei Cornelia Kost:  „Das wissen sie doch ganz genau, dass müssen wir nicht vorlesen“. Ihr erneut pöbeliger Tonfall nötigte die stellvertretende Vorsitzende der Bezirksversammlung, Gabriela Kühl (ebenfalls Die Grünen) zum Eingreifen. Sie wies die Sprecherin zurecht.

Nun gut, meiner Bitte kam dann Fabian Klabunde von den Grünen nach, der nach einigem Suchen folgenden Satz aus dem Bürgerbegehren vorlas:

Sind Sie für die Erhaltung und die naturnahe Gestaltung des Grünzuges am Isebekkanal zwischen Weidenstieg und Hoheluftbrücke, seine vollständige Bewahrung vor struktur-verändernden Abholzungen, vor Bebauung, Versiegelung und anderen beeinträchtigenden Nutzungen, ….“

Entscheidend für ihn seien die Worte „naturnahe Gestaltung“ und „beeinträchtigende Nutzung“, die er und die Grünen dahingehend deuten würden, dass die Bürger zukünftig keine freilaufenden Hunde am Kaifu wünschten.

Die Wahrsager unter den Politikern

Deutung bezeichnet den Prozess des Erkennens oder Konstruierens einer Bedeutung. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen tatsächlichen oder vermeintlichen Erkenntnisprozess handelt. (Wikipedia)

Der klare Bürgerwille sieht anders aus und hat nichts, aber auch gar nichts mit einer konstruierten Erkenntnis der Grünen oder der fanatischen Naturschützer innerhalb der Bürgerinitiative zu tun. Die Forderungen des Bürgerbegehrens waren klar umrissen. Von einer Einschränkung des Hundefreilaufs war keine Rede. Wohl auch deshalb, weil der Bürgerinitiative seinerzeit klar war, dass sie ohne die Hundehalter die notwendigen Unterschriften niemals zusammen bekommen hätte.

Wer also sind die Grünen, die meinen, sich hinstellen zu können und die Deutungshoheit für den Bürgerwillen für sich zu reklamieren?  Für mich wirkt das so, als würde ich aus dem Kaffeesatz das Wetter für morgen vorhersagen, aber ich bin ja auch nicht grün.

Michael Wahlert

2 Kommentare

  1. Ich habe zufällig über das Problem der Hunde im Isepark gelesen. Nunja, der Hundekot ist schon eine Plage, und wird zwar von einigen oder sogar von vielen schon beseitigt. Aber die freilaufenden Hunde?, so kann ich mir schon vorstellen sind so nicht akzeptabel, zumal es noch viele Hundehalter gibt, welche den Hund nur mit schreien: „Du sollst herkommen…!“ (erziehen?), und auch das entsorgen des Hundekots klappt nicht ! Da gäbe es viel zu tun für die ehrlichen Hundehalter !! Warum sollten die Hundehalter unter sich nicht auf andere einwirken !!!

  2. Michael Wahlert

    Nun ja, dass Argument höre ich immer wieder und ja, mich nervt es auch wenn Hundehalter die Hinterlassenschaften Ihrer Tiere liegen lassen. Aber kommen wir mal zu den Fakten. 30 Millionen Gassi Beutel im Jahr werden von der Stadtreinigung ausgegeben und benutzt. Die Stadtreinigung selber sagt, dass es eine merkliche Verbesserung gibt.
    Nun sollen Hundehalter aufeinander einwirken, das tun die Verantwortungsbewussten eh, viele heben auch Häufen auf, die nicht von ihren Hunden stammen. Aber wenn wir den Gedanken mal weiterdenken gilt das ja auch für alle Bereiche des Lebens. Sollten also Autofahrer andere, zu schnell fahrende Autofahrer ausbremsen? Sollte es verboten werden in gewissen Straßen zu parken, weil einige Ignoranten falsch Parken? Immer nur auch die Hunde schimpfen aber in anderen Bereichen alles übersehen ist denke ich zu einfach. Toleranz und Gegenseitigkeit ist es was wir brauchen, von allen Seiten. Immer nur auf Hundehaltern rumhacken, weil man selber gerade mal betroffen ist, ist jedoch keine Lösung.
    Es wird immer einige wenige ignoranten geben die sich nicht an die Regeln halten. Klar, die fallen auf und es ist auch leicht sofort allen anderen die Schuld mit in die Schuhe zu schieben. Aber wie heißt es so schön, „Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.“.
    Denkt mal daran, wenn Ihr das nächste Mal eine Kippe einfach auf den Boden werft oder Euer Brotpapier im Gebüsch entsorgt, dass belastet die Natur.

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