Arbeitet der NABU mit Fake Facts?

7 Fake Facts, die unter dem Mäntelchen des NABU verbreitet werden

Fake Fact zum Kaifu

Dr. Harald Duchrow bezeichnet gemeinsame Hundespaziergänge als „Eventisierung“ des Hundeauslaufs im Isebek-Park.

Wie verzweifelt muss der Arbeitskreis Isebek-Park des NABU Hamburg – oder besser sein Sprecher Dr. Harald Duchrow – sein, wenn er sich nicht mehr auf Fakten stützt, sondern anlässlich einer Diskussion über die Anleinpflicht für Hunde im Eimsbütteler Isebek-Park im April 2017 Lügen und Unwahrheiten (neudeutsch: Fake Facts) verbreitet, um weiter Stimmung gegen die berechtigten Interessen von HundehalterInnen mit ihren leinenbefreiten Hunden zu machen. Doch schon beim Bürgerbegehren selbst hatten die Naturschützer den hundehaltenden Bürger getäuscht. Die Bürgerinitiative hätte wohl kaum die erforderliche Mehrheit erhalten, wären sich die hundehaltenden Unterzeichner bewusst gewesen, dass mit den „beeinträchtigenden Nutzungen“ ihre Hunde gemeint gewesen seien.

Fakten-Check

Die in seinem Pamphlet vom 11. April 2017 aufgestellten Behauptungen des Dr. Harald Duchrow haben wir einem Fakten-Check unterzogen. Hier sind die 7 Fake Facts:

Fake Fact 1:

„Der Verein Hunde-Lobby e.V. „belagert“ nun mit aus ganz Hamburg zusammengerufenen Mitgliedern seit einigen Wochen die Sitzungen der zuständigen Bezirksgremien in Eimsbüttel und versucht lautstark, die Bezirkspolitiker zur Aufhebung der Anleinpflicht im Isebek-Park zu bewegen. In einer begleitenden Öffentlichkeitskampagne wird dazu aufgerufen, Bestimmungen einschlägiger Gesetze und Verordnungen, die den Hundeauslauf einschränken, nicht anzuwenden“.

Fakt ist: Hundehalterinnen und Hundehalter, die sich in der KaifuDogs-Initiative zusammengeschlossen haben, machen von ihrem Recht Gebrauch, in den Fragestunden des Kerngebietsausschusses (KGA) und der Bezirksversammlung, Fragen zu stellen. Diese HundehalterInnen kommen alle aus dem direkten Umfeld des Kaifu. Um die Bezirkspolitiker zur Aufhebung der Anleinpflicht zu bewegen, wird seitens der HundehalterInnen argumentiert. Dass dies lautstark geschehe, ist eine bösartige Unterstellung. Richtig ist, dass die Hunde-Lobby die KaifuDogs-Initiative unterstützt, daher sind auch immer ein bis zwei Vorstandsmitglieder bei den Sitzungen dabei, die nicht im Bezirk Eimsbüttel gemeldet sind. Würde der Verein, dessen Sitz im Bezirk Eimsbüttel liegt, aber tatsächlich seine Mitglieder aus ganz Hamburg zusammenrufen, müsste der Sitzungsort von KGA und Bezirksversammlung aller Wahrscheinlichkeit nach in einen größeren Saal verlegt werden. Fakt ist ebenfalls, dass die Hunde-Lobby nicht dazu aufgerufen hat,  Bestimmungen einschlägiger Gesetze und Verordnungen, die den Hundeauslauf einschränken, zu ignorieren.

Fake Fact 2:

Fake Facts Freilaufflächen

Überversorgung mit 500-Quadratmeterflächen wie am Weidenstieg. Foto: Chiara Lejeune

Zu den von der Bezirksverwaltung am 20.3.2017 vorgeschlagenen Flächen am Weidenstieg und südwestlich der Bogenstraße schreibt Dr. Harald Duchrow: „dass für die von der Bezirksverwaltung vorgeschlagenen zwei Flächen überhaupt kein Bedarf besteht. Denn, wie auf der Karte ersichtlich, ist das Eimsbütteler Kerngebiet mit Hundeauslaufflächen überversorgt“. Und weiter heißt es: „dass die Hundeauslaufflächen-Dichte in Eimsbüttel – und hier besonders im Kerngebiet – im Vergleich zu anderen Stadtbezirken besonders groß ist, und dass sich die Gesamtfläche der Hundeauslaufflächen in Eimsbüttel seit 2007 vervierfacht hat“.

Fakt ist: Vor 2006 gab es in Hamburger Grünanlagen weder Hundefreilaufflächen noch Hundeauslaufzonen. Diese wurden erst nach Inkrafttreten des Hamburger Hundegesetzes (interfraktioneller Beschluss aller in der Bürgerschaft vertretenen Parteien) zum 1. April 2006 Zug um Zug  in den Bezirken zur Kompensation des generellen Leinenzwangs eingerichtet, der ohne das Angebot adäquaten Auslaufs nicht durchgesetzt werden konnte. Somit ist es kein Wunder, dass die Gesamtfläche in Eimsbüttel seit 2007 größer geworden ist. Tatsächlich wurden aber seit 2012 im Kerngebiet von Hamburg 32.263 m² Hundeauslaufflächen vernichtet. Allein am Kaifu wurden im Jahr 2016 fast 28.000 m² Hundeauslauffläche einfach durch die Bezirkspolitik gestrichen. Gleichzeitig gibt es in Hamburg mit rund 77.000 (Stand 2016) fast ein Drittel mehr Hunde als 2012.

Fake Fact 3:

Als Grund für die Vervierfachung sieht Herr Dr. Duchrow „eine offensichtliche Fehlentscheidung des Kerngebietsausschusses, der am 7. Mai 2007 auf Vorschlag der Bezirksverwaltung und unter dem Druck der Hunde-Lobby eine – mit wenigen Ausnahmen – ‚generelle Freigabe der öffentlichen Grünanlagen‘ im Kerngebiet beschlossen habe“.

Fakt ist: Im Bezirk Eimsbüttel wurde zu keiner Zeit eine „generelle Freigabe der öffentlichen Grünanlagen“ beschlossen – nicht einmal für leinenbefreite Hunde. Der vermeintliche Druck wurde nicht von der Hunde-Lobby, sondern allenfalls von der Bürgerschaft ausgeübt, der daran gelegen war, mit zusätzlichen §9-Flächen einen Anreiz für die Prüfung zur Leinenbefreiung zu geben.

Fake Fact 4:

Fake Facts Wasservögel

Wasservögel haben sich trotz – oder gerade wegen der Hunde in den Uferzonen niedergelassen und in den letzten Jahren erfreulich gut entwickelt und vermehrt. Foto: Chiara Lejeune

„Ergänzend ist auf die besondere Schutzbedürftigkeit der Wasservögel im Isebek-Park hinzuweisen. Diese haben übrigens derzeit bereits in den Uferzonen mit der Brut begonnen; darunter sind drei Haubentaucher-Paare. Die Uferbrüter sind von dem immer noch stattfindenden, gesetzwidrigen Hundebelauf – auch bis ins Wasser hinein – akut gefährdet“.

Fakt ist: Die Uferbrüter haben sich trotz – oder gerade wegen der Hunde in den Uferzonen niedergelassen und in den letzten Jahren erfreulich gut entwickelt und vermehrt. Zudem verhindert die Gegenwart von Hunden die Ausbreitung von Nesträubern wie Wander- und Wasserratten am Isebekkanal.

Fake Fact 5:

„Beeinträchtigt werden auch die Naherholung suchenden Parkbesucher – und hier besonders die Eltern mit Kleinkindern – aber auch die Jogger durch den inzwischen unverhältnismäßig starken Belauf des Isebek-Grünzugs mit Hunden. Die seit einiger Zeit stattfindende Organisation von Hundehaltertreffen durch eine Facebook-Gruppe namens KaifuDogs – mit inzwischen rund 160 Mitgliedern, auch aus anderen Stadtteilen – hat zu einer immensen Ausweitung und störenden „Eventisierung“ des Hundeauslaufs im Isebek-Park geführt. Dadurch ist zum Beispiel der Uferweg am Isebekkanal zeitweise durch Ansammlungen von Hundehaltern und Hunden vollständig blockiert, so dass Spaziergänger nicht mehr passieren können.“

Fakt ist: Zur Facebook-Gruppe „KaifuDogs“ gehören nur HundehalterInnen, die das Kaifu regelmäßig nutzen. Dr. Harald Duchrow erweckt aber den Eindruck, es würden sich regelmäßig 160 Hundehalter zum Spaziergang treffen. Fakt ist: Hundehalter sind gesellige Menschen und Hunde brauchen regelmäßige Kontakte zu Artgenossen, weshalb sich HundehalterInnen schon immer zu gemeinsamen Gassirunden verabredet haben und verabreden werden. Die beiden Spaziergänge, auf die sich Dr. Harald Duchrow bezieht, haben anschaulich gezeigt, wohin die Leinenpflicht am Kaifu führt. Gruppen mit angeleinten Hunden sind halt schwerer zu passieren, als unangeleinte Hunde, die sich im Gelände verteilen.

Fake Fact 6:

„Wildlebende Tiere, besonders Wasservögel oder auch Kleinsäugetiere, werden von freilaufenden Hunden gejagt und angegriffen. Der Brutvogelbestand des Isebek-Parks ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen; die früher häufigen Wildkaninchen sind weitgehend verschwunden.“

Fakt ist: Der Hamburger Tierschutzverein von 1846 e.V. hat im September 2016 berichtet, dass sich die Kaninchenseuche Myxomatose in der Hansestadt so stark wie lange nicht mehr ausgebreitet habe. Das Pockenvirus sei für Wildkaninchen hoch ansteckend und ende meist tödlich.

Fake Fact 7:

„Gesundheitsgefährdung durch Hunde: In diesem Zusammenhang muss auf die konkreten Gesundheitsgefahren hingewiesen werden, die von dem Kot und dem Urin freilaufender Hunde auf die Liegewiesen und den offenen Kinderspielplatz im Isebek-Park ausgehen. Relevant ist hier vor allem die Kontamination der Grünflächen und der Sandkisten mit den langlebigen, infektiösen Eiern des Hundespulwurms (Toxocara canis). Dessen „Wanderlarven“ (Larva migrans) können beim Menschen die Krankheit Toxokarose (Toxocariasis) auslösen, die „im schlimmsten Fall bis zu Lebervergrößerung und Erblindung“ führt (Ärztekammer Wien 2006). „Die Toxocara-Larven wandern überwiegend zum Auge und Gehirn, können jedoch prinzipiell jedes Organ befallen“ (Wikipedia).

Fake Facts Kinder

Kinder und Hunde: das passt einfach zusammen. Foto: Jule Zaubitzer

Fakt ist: In verschiedenen Studien konnte eine Abhängigkeit der Infektionshäufigkeit bei Hunden von der städtischen oder ländlichen Umgebung festgestellt werden. So sind Hunde aus ländlichen Gegenden signifikant häufiger mit Haken- und Bandwürmern infiziert als Hunde aus der Stadt (Sager et al. 2006). Da Infektionen mit Endoparasiten unterschiedliche Symptome von Magen-Darm-Störungen, verminderter Gewichtszunahme über Gewichtsverluste, starkem Wasserverlust, Verstopfung und blutig-schleimigem Durchfall bis zur Darmruptur zeigen und damit zum Tode führen können, sorgen HundehalterInnen schon im eigenen Interesse für eine entsprechende Wurmprophylaxe durch regelmäßige Kotuntersuchungen beim Tierarzt.

Fakt ist aber auch, dass mit 30 Millionen Gassibeuteln so viele Kottüten wie noch nie ausgegeben wurden und selbst die Stadtreinigung bestätigt, dass sich die Sauberkeit der Stadt in Sachen Hundekot deutlich verbessert hat.

Fakt ist zudem, dass eine Studie über einen Zeitraum von zehn Jahren mit 9.000 Kindern ergeben hat, dass Kinder, die mit einem Hund zusammenleben, deutlich weniger anfällig für Allergien als ihre hundelosen Altersgenossen sind.

2 Kommentare

  1. Pingback:Die Fronten verhärten sich - Hunde-Lobby

  2. Hannelore Herrmann

    zu FakeFact 7:
    1. Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind seltener erkältet
    2. Kinder, die einen Hund haben, verbringen mehr Zeit in der Natur
    3. Kinder, die mit Hunden aufwachsen, lernen leichter
    4. Kleine Hundebesitzer wachsen zu umgänglichen, verantwortungsvollen Menschen heran
    5. Hunde wirken sich positiv auf Kinder mit Allergien aus
    6. Hundebesitzer haben gesündere Herzen
    7. Hunde fördern die Beziehung zwischen Geschwisterkindern
    8. Hunde fördern eine gesunde Ausgeglichenheit bei Kindern
    9. Kinder entwickeln tiefgreifende Beziehungen zu Hunden
    nachzulesen: http://www.huffingtonpost.de/2016/07/08/kinder-mit-hund-aufwachsen_n_10881834.html
    MfG H.Herrmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.